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Anna Schäfer: Der Mann in mir

anna schaefer

„Muss der sein, oder kann der weg?“, fragt sich Anna Schäfer in ihrem Gastspiel bei den Stachelschweinen in Berlin. Begleitet von Pianist Jochen Kilian und Multitalent Viktor begibt sich sich auf die Suche nach ihrer männlichen Seite.

Das Thema ist dankbar und nicht nur für Frauen interessant. Eine Frau sucht nach dem Mann in sich. Ein spannender Ausgangspunkt. Anna Schäfers eigentliches Thema in diesem musikalischen Kabarett ist jedoch viel weiter gespannt: Es geht um Männer, Frauen, Beziehungsfragen sowie Gott und die Welt. So erfährt man zum Beispiel, dass es eine männliche Form von Politesse gibt: Politeur. Zwar nicht im Sprachgebrauch, aber immerhin ganz offiziell im Duden. Auch eine bemerkenswerte Erkenntnis: „Lebensgefährte“ kommt angeblich von „Gefahr“.

Anna Schäfer spiel Andy Warhol

Anna Schäfer spiel Andy Warhol

Anna Schäfer, die Schauspielerin

Am überzeugendsten ist Anna Schäfer immer dann, wenn sie in die Rolle eines anderen schlüpft. Schließlich ist sie Schauspielerin und hat 2012 an der Seite von Martina Hill für „Knallerfrauen“ den Deutschen Comedypreis bekommen.

Großartig ist ihr Auftritt als Andy Warhol, der lässig uninteressiert Photos schießt und „It doesn’t matter“ zur Lebensphilosophie erhebt. Als Berlinerin bringt sie das Publikum zum Schmunzeln, indem sie sich „Ick sag lieber nüscht“ auferlegt, aber dann doch munter drauflosquatscht. Anna Schäfer erweist sich an diesem Abend als erstaunlich vielfältig. Sie hat eine immense Bandbreite. Nicht nur als Schauspielerin, sondern auch als Sängerin. Von männlich-tief bis zum überspitzt hohen Koloratursopran einer Operndiva.

Ausgerechnet das Comedy-Talent der Knallerfrau zündet nicht immer. Das liegt aber nicht an ihrem Talent, sondern an ihren Texten. Waren die Texter bei den Knallerfrauen messerscharf auf dem Punkt, macht Anna Schäfer in ihrer eigenen Show manchmal Umwege. Ein ernsthaftes Problem ist das aber nicht, denn die 2-Stunden-Vorstellung (inkl. Pause) wird von vielen tollen Szenen und Idee getragen.

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Noch wichtiger als der Mann in sich waren die beiden Männer neben ihr.

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Solo mit zwei Männern

Begleitet und geleitet von Jochen Kilian am Piano und Viktor (der für Kim Jovy eingesprungen ist) am Saxophon singt sich Anna Schäfer gekonnt durch den Abend. Auch alleine können Jochen Kilian und Viktor begeistern. Etwa, wenn sie Songs mit dem Thema „Männer“ zum Besten geben und dabei nur „das Nötigste“ singen: eben das Wort „Mann“.

Stark auch der Auftritt von Anna Schäfer, bei dem sie sich als Mann Zitate vom Band in den Mund legen lässt und dazu auf der Bühne performt. Höhepunkt des Ganzen: der Moonwalk von Michel Jackson.

Besonders einprägsamsten ist die Szene, als Anna, Jochen und Voktor drei Angler spielen. Jochen bemerkt irritiert, dass Anna gar nichts sagt. „Du hast doch was“, meint er. Frauen, die nichts sagen? Nein, da kann doch etwas nicht stimmen. „Manchmal wär’s ja schön, wenn nix wär. Aber irgendwas ist immer“, heißt es da.

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Is was? Du sagst ja gar nix.

Der Bogen zu „Der Mann in mir“.

Am Ende schlägt Anna Schäfer noch einmal den Bogen zum eigentlichen Thema des Abends, dem Mann in sich. „Muss der sein, oder kann der weg?“ – „Natürlich muss der sein!“ Und auch die Männer sollten die Frau in sich entdecken. „Was immer Sie in sich haben: Lassen Sie’s zu“, lautet das Fazit. Das (vor allem weibliche) Publikum ist begeistert, quietscht vergnügt und fordert am Ende lautstark Zugabe, die prompt gewährt wird.

Weitere Informationen zum Programm der Stachelschweine gibt’s hier: Programm.


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