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DB Verspätung: So bekommst Du Geld zurück

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DB Verspätung – leider keine Seltenheit. Ich musste schon oft auf meinen Zug warten. Erst waren es nur 10 Minuten. Dann 20. Dann 30. Und am Ende wartet man über eine Stunde. Das ist ärgerlich. Noch ärgerlicher ist es aber, wenn man Anrecht auf eine Entschädigung hat, aber sie aus verschiedenen Gründen nicht bekommt. Denn die Voraussetzungen dafür, dass es Geld zurück gibt, sind nicht ganz ohne.

Das Wichtigste zuerst: Du brauchst ein Formular. Natürlich! Was wäre Deutschland ohne Formulare? Es heißt „Fahrgastrechte-Formular“ und steht bei auf der Seite der Deutschen Bahn zum Download bereit. Die erste Hürde, um bei einer Zugverspätung an eine Entschädigung zu kommen: Du benötigst eine Bestätigung der Deutschen Bahn, dass Dein Zug wirklich zu spät kam (oder komplett ausgefallen ist). Klingt einfach, ist es aber nicht.

DB Verspätung: Wie bekomme ich Geld zurück?

Zum einen hat man erst mal andere Dinge im Kopf, wenn der Zug nicht kommt: Verpasse ich das Meeting? Wie kann ich es vielleicht doch noch schaffen? Wenn rufe ich an? Wem sage ich Bescheid? Und so weiter. Selten dankt man in so einer Stress-Situation daran, sich die Zugverspätung auf einem Formular bestätigen zu lassen. Kurios: Wer hat schon immer das „Fahrgastrecht-Formular“ der Deutschen Bahn griffbereit, wenn er auf Reisen geht? Ich jedenfalls nicht.

Doch selbst, wenn man es immer bei sich trägt, gibt es noch Hürden. Man kennt das ja: Der Zug kommt nicht und alle Wartenden steigen auf den nächsten regulären Zug um. Das hat zur Folge, das dieser Zug nun doppelt voll ist. Ob sich der Schaffner durch den verstopften Zug drängt, darf bezweifelt werden.

Ich jedenfalls habe ihn in dieser Situation oft nicht gesehen. Das heißt: Selbst, wenn ich das fantastische und ganz wunderbare „Fahrgastrecht-Formular“ der Deutschen Bahn griffbereit gehabt hätte: Ich hätte keinen Schaffner gehabt, der mir die Verspätung hätte bestätigen können. Und aufstehen, um ihn zu suchen? Kann man machen, aber ein Spaß ist das nicht.

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DB Verspätung von über 60 Minuten? Dann kannst Du Dir 25% des Fahrpreises erstatten lassen.

Das fantastische „Fahrgastrecht-Formular“ der Bahn

Die Lösung: Wenn kein Zugbegleiter da ist, musst Du eben zur DB Information oder zum DB Reisezentrum gehen. Aber auch hier lauert eine Hürde. Tun wir mal etwas, das die Deutsche Bahn leider viel zu selten macht: Versetzen wir uns mal in die Lange eines Fahrgastes, der verspätet am Zielbahnhof ankommt. Die Deutsche Bahn geht nun davon aus, das dieser Fahrgast zur DB Information oder ins DB Reisezentrum geht, um sich die Verspätung schriftlich bestätigen zu lassen. Das jedoch ist in der Praxis wohl kaum der Fall. Wer eh schon über eine Stunde zu spät dran ist, der wird nun Himmel und Hölle in Bewegung setzen, um endlich zu seinem Termin zu kommen. Taxi! Taxi! Schnell! Schnell! Hier zählt jede Sekunde.

Aber gut, so ist das nun mal geregelt bei der Bahn. Wer bei einer Zugverspätung Geld zurückbekommen möchte, der muss sich die Verspätung schriftlich bestätigen lassen. Vielleicht findet sich zumindest nach dem Termin Zeit dafür, womöglich vor der Rückreise.

DB Verspätung: Hindernisse lauern überall

Ein Hintertürchen hat sich die Deutsche Bahn aber auch hier offen gelassen. So heißt es auf dem „Fahrgastrecht-Formular“ der Deutschen Bahn:

„Eine Bestätigung der Verspätung erhalten Sie vom Zugbegleiter, an den DB Informationen oder in DB Reisezentren, sofern die Daten dort vorliegen.“

Sollten die Daten über die Zugverspätung jedoch bedauerlicher Weise nicht vorliegen, bleibt nur noch die Möglichkeit, sich „mit den erforderlichen Unterlagen an das Servicecenter Fahrgastrechte, 60647 Frankfurt am Main“ zu wenden. Oha, das kann dauern.

Du siehst also: Es ist gar nicht so einfach, bei einer Zugverspätung eine Entschädigung von der Deutschen Bahn zu bekommen.

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DB Verspätung: Ja, wo ist er denn? Wo bleibt der Zug?

DB Verspätung: Wann bekomme ich was?

Die Frage ist also, ob sich der Aufwand überhaupt lohnt. Hierzu lesen wir auf dem Formular:

Ab 60 Minuten Verspätung am Zielbahnhof erhalten Sie eine Entschädigung von 25%, ab 120 Minuten von 50 % des gezahlten Fahrpreises für die einfache Fahrt. Entschädigungsbeträge unter 4 Euro werden nicht ausgezahlt.“

Das finde ich in Ordnung. Also: Ja, es lohnt sich durchaus, das fantastische „Fahrgastrecht-Formular“ der Deutschen Bahn auszudrucken und auf die Bahnfahrt mitzunehmen. Ich hoffe, Du brauchst es nicht, aber es ist sicher gut, es tatsächlich zu haben. Gute Fahrt!

Checkliste für Deine Erstattung

✓ Du hast ein ausgefüllten Fahrgastrechte-Formular,
✓ eine schriftliche Bestätigung über die Verspätung Deines Zugs (auf dem Formular ganz unten)
✓ und Deine Originalfahrkarte.
Damit gehst Du nun ins DB Reisezentrum an einen Schalter und holst Dir die Entschädigung.

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DB Verspätung: Erst 10, dann 20, dann 30, dann über 60 Minuten warten.

DB Verspätung: das Drama in Zahlen

Vergleicht man die Zugverspätungen in Deutschland mit denen in Japan, müsste man als Deutscher die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Während in Japan die Züge auf Jahr gerechnet nur um Minuten zu spät kommen (also nicht pro Tag, sondern pro Jahr!), so sieht das in Deutschland völlig anders aus.

2016 schob die Deutsche Bahn 7.074 Stunden Verspätung vor sich her – pro Tag! Jeder dritte ICE kam zu spät. Die Lage war 2016 so dramatisch schlecht, dass die Bahn ihre Pünktlichkeitsziele einfach aufgab. Eine Kapitulationserklärung.

Sicher, 6 Millionen Fahrgäste auf 40.000 Züge und 33.000 Kilometer Gleise so zu verteilen, dass alles klappt, das ist eine gewaltige Aufgabe. Aber dafür hat die Abteilung „Fahrplan“ ja auch enorme Kapazitäten. Rund 100 Angestellte und rund 700 Zuarbeiter.

Sicher, man könnte auch sagen: Was soll das nur immer mit dieser deutschen Pünktlichkeit? Müssen wir denn wirklich so perfekt sein? Müssen wir uns wirklich mit der Benchmark Japan vergleichen? Warum vergleichen wir uns nicht lieber mit Italien? Nun, mein Freund, letztes Jahr fuhr ich mit einem italienischen Zug von Pisa nach Florenz. Der Zug war modern, schön, sauber – und auf die Minute pünktlich.

Buchtipps für Bahnfahrer


Sorry, wir haben uns verfahren“ ist eine Sammlung von Anekdoten, die Bahnfahrer an Spiegel Online geschickt haben. Das Buch erzählt Geschichten, die oft zum Haare raufen oder einfach nur unfassbar sind. Wer dachte, schon selbst alles erlebt zu haben, muss einsehen: Es geht immer noch schlimmer.

 

Achtung, Durchsage: „Denken Sie an die Pinguine. Dann ist die kaputte Klimaanlage nicht so schlimm.“ „Müll und Ehemänner bitte nicht im Zug zurücklassen.“  „Ich würde Ihnen gerne erzählen, warum wir hier stehen. Aber mir erzählt auch keiner was.“ Das Buch „Der Lokführer hat den Zug verpasst„, hat noch mehr solcher Durchsagen auf Lager.

Miguel Fernandez zeigt in seinem Buch „Der helle Bahnsinn“ lustige Cartoons, die leider mitunter gar nicht so unrealistisch sind.

 

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