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Taschendiebe: Diese 10 Tricks musst Du kennen

Es gibt kaum etwas Ärgerlicheres, als im Urlaub bestohlen zu werden. Die Tricks der Taschendiebe sind raffiniert. So gehen die Langfinger vor und so kannst Du Dich schützen.

Die 10 Top-Tricks der Taschendiebe.

1. Staffel-Trick: Diese Form des Diebstahls ist zum Beispiel in Prag sehr beliebt. Die Taschendiebe gehen in kleinen Gruppen von drei oder vier Dieben vor. Du fotografierst gerade ein Gebäude oder studierst den Reiseführer. Ein Passant schaut auf sein Handy oder die Uhr, ist scheinbar in Gedanken versunken und rempelt dich an. Oh, Entschuldigung. Und weg ist der Geldbeutel. Die Hand ist eben schneller als das Auge. Sofort gibt der Taschendieb den Geldbeutel an einen Komplizen weiter. Mitten beim Gehen, völlig unbemerkt. Der Komplize gibt die Beute ebenfalls schnell weiter – Staffellauf eben – und das war’s dann.

Den Geldbeutel siehst Du nie wieder. Dieses Weitergeben hat den Vorteil, dass der Dieb, wenn er beschuldigt und gefasst wird, empört rufen kann: Waaaaaas? Ich? Ein Dieb? Was für eine Frechheit! Ich bin doch kein Dieb! Hier, durchsuchen Sie mich! Wo, bitteschön, soll ich denn Ihren Geldbeutel haben? – Tja, dann steht man hilflos da und kann nichts tun. Die Beute ist über alle Berge.

So schützt man sich: Das Cartier Collier lässt man am besten zuhause und andere Wertsachen im Hotelsafe. Wer mit seinem Geldbeutel in der Seitentasche der offenen Jacke herumläuft, fordert das Schicksal unnötig heraus. Die Polizei rät zu einem Brustbeutel. Ich empfehle Dir, Dir einen kompakten Geldbeutel zuzulegen, den Du Dir vorne in die Hosentasche steckst und dann mit der Hand umklammerst, wenn es zu Menschenmassen und Gedränge kommt. Das heißt: Du hältst Deinen Geldbeutel fest, wenn die Situation unübersichtlich wird.

Gefährlich sind alle Orte, an denen viele Menschen sind. Beispiele: Großveranstaltungen, Trödelmärkte, belebte Einkaufsstraßen, Gedränge am Bahnhof oder beim Einsteigen in den Zug. Ein Fahrgast im engen Zuggang bleibt plötzlich stehen und will umkehren, dabei drängelt er sich an dich, weil der Gang so eng ist. Besonders gefährdet sind Rucksäcke und Handtaschen, die kann man unbemerkt aufschneiden. Am besten im Gedränge die Handtasche oder denRucksack mit beiden Händen fest vor die Brust halten.

Übrigens. Auch eine Frau mit einem Kinderwagen kann eine Trickbetrügerin sein. Man sieht den Taschendieben ihre eigentliche Absicht nie an. Sie sind Profis darin, absolut unschuldig und harmlos zu erscheinen.

Taschendiebe - 1

Bei Taschendieben sehr beliebt: die Spanische Treppe in Rom.

2. Der Luxus-Sakko-Trick: Dieser Trick ist besonders in Rom beliebt. Du schlenderst durch die Straßen, ein Auto hält am Straßenrand. Der Fahrer bittet Dich mit einer Handbewegung zum Seitenfenster. Er lässt es herunterfahren und bittet dich mit einer Straßenkarte um eine sehr einfache Wegbeschreibung. Der Fahrer stellt sich als Vertreter einer Luxusmodemarke vor – zum Beispiel Versace oder Gucci – und bietet Dir zum Dank an, Dir ein Sakko zu schenken. Er fragt nach Deiner Größe und holt ein Sakko im Plastiküberzug von der Rückbank und drückt es Dir in die Hand. Du bist begeistert! Wow, großartig! Du bedankst Dich und gehst glücklich weiter. Da hält er erneut neben Dir, winkt Dich erneut heran.

Mist, meint er, er muss seinen Geldbeutel zuhause vergessen haben. Ob du ihm nicht ein bisschen Kleingeld zum Tanken geben könntest. Na klar, was ist schon ein bisschen Kleingeld gegen so ein Luxusgeschenk! Du holst Deinen Geldbeutel hervor und schaust nach den Münzen – da siehst Du verdutzt seine Hand an den Scheinen. Der Wagen rast davon. Geld weg. Aber es gibt ja noch das Luxussakko. Von wegen: Das verpackte Sakko stellt sich als billige Plastikattrappe heraus.

So schützt man sich: Gut, wenn man den Trick kennt. Niemals den Geldbeutel am einem fremden Wagen herausholen. Ein schneller Griff, ein beherzter Tritt aufs Gas – und das Geld ist weg. Das Gleiche gilt für das Handy. Jemandem, der im Auto sitzt, voller Hilfsbereitschaft mit seinem Handy auf google maps den Weg zu erklären ist furchtbar nett – aber leider eben auch furchtbar gefährlich.

3. Der Restaurant-Trick: Dieser Trick ist weltweit sehr beliebt, zum Beispiel in der schönen Hansestadt Hamburg. Du sitzt in einem Restaurant und unterhältst dich angeregt. Deinen Mantel hast Du über Deinen Stuhl gehängt. Schließlich bist Du clever und möchtest nicht das Risiko eingehen, dass Dein Mantel gestohlen wird. Der Dieb setzt sich auf den Platz hinter Dir und fährt seine Langfinger aus. Er durchsucht unbemerkt Deine Manteltaschen nach Geld oder Handy. Oft gehen die Diebe so geschickt vor, dass man sie nicht einmal bemerkt, da sie ja hinter Dir sitzen. Die Diebe tun so, als würden sie die Speise- oder Getränkekarte studieren. Dabei studieren sie eher Deinen Mantel. Wenn der Kellner kommt, sagen sie, sie würden noch schauen. Nämlich nach Deinen Wertgegenständen. Hast Du nichts in der Tasche, stehen sie auf und gehen zum nächsten Opfer.

So schützt man sich: Auch beim Essen Wertgegenstände am Körper tragen, nicht im Mantel lassen. Selbst die besten Restaurants bieten keinen Schutz vor Langfingern. Achte auf Deine Umgebung im Restaurants. Taschendiebe sehen nicht aus wie Taschendiebe, sondern völlig harmlos.

Taschendiebe - 1 (2)

Diebische Elster: Diebe sehen nicht aus wie Diebe.

4. Der Ablenkungstrick: Das Prinzip ist immer gleich: Du wirst erst von den Taschendieben abgelenkt und dann beklaut. Hier einige Beispiele.

Ein Dieb drängelt sich in einer Menschenmasse so dicht und lange an Dich heran, bis Du Dich genervt abwendest. Während Du auf den Drängler achtest, fischt Dir ein zweiter Dieb den Geldbeutel oder das Handy aus der Tasche.

Zwei Verkäufer gehen am Strand auf Dich zu, während du in der Sonne liegst. Der eine bietet Dir etwas an und lenkt Dich ab, der andere raubt Dich aus.

Zwei, drei Kinder kommen im Straßencafe an Deinen Tisch. Ein Kind hält Dir ein Schild hin. Während Du den Text liest, krabbelt eines der Kinder unter den Tisch, greift Dein Handy oder Deinen Geldbeutel und die Kinder rennen davon.

Du stehst auf einer Rolltreppe. Ein kleines Mädchen greift Dir in die Tasche während zwei andere Kinder sie verdecken oder Dich ablenken.

Im Supermarkt fragt Dich ein Dieb nach einem Produkt. Du siehst hilfsbereit ins Regal – da klaut der Dieb Deinen Geldbeutel aus der Tasche, die über dem Einkaufswagen hängt.

Du bist mit Deiner Handtasche unterwegs. Ein Langfinger hält Dir einen Stadtplan vor die Nase. Während Du auf den Plan schaust, bemerkst Du nicht, was unter dem Plan passiert: Du wirst unbemerkt bestohlen, zum Beispiel, indem Deine Handtasche aufgeschlitzt wird.

Der Dieb schüttet aus Versehen Kaffee auf Dich (oder sonst etwas). Du bist abgelenkt. Er entschuldigt sich und putzt Dich sauber. Dabei sind seine Langfinger ganz woanders. Nämlich in Deiner Tasche.

Der Dieb schenkt Dir etwas. Zum Beispiel einen Aufkleber, einen Button oder etwas anderes. Während Du abgelenkt bist, werden die Langfinger tätig.

So schützt man sich: Siehe Punkt 1. Den Geldbeutel festhalten. Einen Brustbeutel benutzen. In Rio gehen manche Leute sogar soweit, ihre Geldscheine in den Schuhen mit sich herumzutragen.

5. Der Geldwechseltrick: Auch sehr beliebt, zum Beispiel in Berlin. Der Straßendieb fragt Dich freundlich, ob Du ihm Geld wechseln kannst. Ein 2 Euro Stück in zwei einzelne Euros zum Beispiel. Du kramst im Kleingeldfach herum, da steckt der Dieb hilfsbereit seine Finger ins Fach, um Dir behilflich zu sein, zieht dabei aber Scheine heraus. Oder er zieht einfach frech Scheine aus dem Geldbeutel und rennt davon.

Variante: Du wirst um eine kleine Spende gebeten. Wenn Du den Geldbeutel zückst, um ein paar Münzen herauszusuchen, sucht der Dieb gleich mit und schnappt sich die Scheine.

So schützt man sich: Nein, sorry, ich kann kein Geld wechseln.

Taschendiebe Rom - 1

Viele Menschen – viele Chancen für Taschendiebe. Gedränge sollte man nach Möglichkeit meiden.

6. Der Hochhebetrick: Der Dieb lädt Dich zu einem Spiel ein. Eine Challenge. Er wettet, dass er Dein Gewicht schätzen kann. Wenn er Dich hochhebt, klaut Dir ein zweiter Krimineller das Geld oder das Handy aus der Tasche. Das mit dem Hochheben sagt er vorher nicht, so dass Du überrascht und abgelenkt bist.

So schützt man sich: Lass Dich nicht auf das Spiel ein.

7. Der Taschenträgertrick: Du schleppst eine schwere Tasche. Ein hilfsbereiter, charmanter Mann bietet Dir seine Hilfe an. Und stiehlt dann Deinen Geldbeutel aus der Tasche.

So schützt man sich: Höflich ablehnen.

8. Der Flughafentrick: Du hast am Flughafen noch Zeit bis zum Abflug, stöberst in einem Shop nach Zeitschriften. Auch wenn Dein Handgepäck nur wenige Sekunden unbeobachtet ist: Das reicht schon. Der Dieb stiehlt Deinen Geldbeutel. Der Urlaub ist versaut noch bevor er richtig begonnen hat.

So schützt man sich: Lass Dein Gepäck nicht aus den Augen, nimm es immer mit. Oder bitte jemanden, darauf aufzupassen.

9. Der Antanztrick: Leider durch Köln zu trauriger Berühmtheit gelangt. Der Dieb begrüßt Dich wie einen lieben Freund, legt den Arm um Dich und langt dabei unbemerkt in die Innentasche Deiner Jacke.

So schützt man sich: Wehre Dich sofort und entschieden gegen die Umarmung. Drohe sofort und lautstark mit der Polizei. Alles andere hält die Diebe nicht ab. Wer sich nur halbherzig wehrt, wird überrumpelt.

10. Der Nachläufertrick: Der Dieb lauert Dir bei einem EC-Karten-Automat auf. Er beobachtet heimlich, wie Du Deine PIN-Nummer eingibst. Dann läuft er Dir nach und klaut Dir den Geldbeutel mit einem der beschriebenen Tricks. Sobald der die EC-Karte hat, hebt er Dein Geld ab.

So schützt man sich: Die PIN am Geldautomat nur verdeckt eingeben. Auf Leute achten, die dabei in Deiner Nähe sind. Notfalls die Leute ansprechen und um Abstand bitten. Meide Geldautomaten, die bei Touristen beliebt sind. Gehen am Besten zum Bankschalter.

Taschendiebe Rom - 1

Das Paradies der Taschendiebe: Rom.

 Checkliste: So schützt Du Dich gegen Straßendiebe.

  • Die Diamanten lieber zuhause lassen.
  • Wertgegenstände nicht offen im Hotelzimmer herumliegen lassen, nutze den Hotel-Safe.
  • Wichtige Dokumente wie Reisepass, Kreditkarten, Impfpass, Flugticket kopieren und die Kopie an einer anderen Stelle aufbewahren, zum Beispiel im Hotel-Tresor.
  • Mit möglichst wenig Wertgegenständen durch die Stadt laufen. Nur soviel Bargeld mitnehmen, wie man braucht. Den Rest im Hotel-Tresor lagern.
  • Lass beim Bezahlen keinen sehen, wieviel Geld Du im Geldbeutel hast.
  • Handys und Geldbeutel nicht sorglos in die hintere Hosentasche stecken oder achtlos auf dem Tisch im Cafe liegen lassen.
  • Statt Außentaschen, Handtaschen und Rucksäcke lieber die vorderen Hosentaschen, eine Bauchtasche benutzen, die Du bequem unter der Kleidung tragen kannst
  • Ebenfalls sicher: Trage Deine Wertgegenstände in einem Brustbeutel bei Dir.
  • Menschenmassen soweit möglich meiden oder in solchen Situationen den Geldbeutel/das Handy bewusst festhalten.
  • Rechne damit, dass Dir Taschendiebe den Geldbeutel aus den Händen reißen, sobald Du ihn zeigst.
  • Rechne damit, dass Dir Taschendiebe Deine Handtasche von den Schultern reißen oder der Halter abschneiden.
  • Im Gedränge: Halte Dein Geld fest. Halte Deine Handtasche/Deinen Rucksack mit beiden Händen fest vor der Brust.
  • Geld nach dem Abheben am Geldautomaten nicht auf offener Straße zählen. Geldautomaten an beliebten Touristenstellen meiden. Am Besten zum Bankschalter gehen.
  • PIN für EC-Karte auswendig lernen. Keinen Zettel mit der PIN in den Geldbeutel stecken.
  • Nach dem Bezahlen mit einer Kreditkarte überprüfen, ob es wirklich Deine Karte ist, die Du da zurück bekommst.
  • Wertgegenstände immer im Auge behalten.
  • Wenn es ernst wird: Sofort laut nach der Polizei rufen und sofort entschieden gegen die Taschendiebe wehren.
  • Für den Notfall: Die Adresse der deutschen Botschaft vor dem Urlaub notieren und diese Adresse nicht nur im Handy speichern, das dann womöglich weg ist.
  • Zur Sperrung von Bankkarten gibt es in Deutschland den allgemeinen Sperrnotruf: 116 116.
  • Handtasche weg? Wenn der Hausschlüssel in der Tasche ist, besteht theoretisch die Gefahr, dass die Taschendiebe in der Wohnung munter weiter klauen.

Der Drehtüreffekt bei Taschendieben unter 14 Jahren

Taschendiebe reise oft durch ganz Europa. Es gibt gut organisierte Banden, die besonders gerne mit Kindern arbeiten. In Deutschland etwa sind Kinder unter 14 Jahren nicht strafmündig. Wenn sie erwischt werden und keine Adresse angeben, werden sie zur Kindernothilfe gebracht und sind nach wenigen Minuten wieder frei.

Polizei und Sozialarbeiter sprechen hier von einem „Drehtüreffekt“: Kaum ist der kleine Dieb aufgegriffen worden, kann er auch schon wieder gehen und den nächsten bestehlen. Allein in Deutschland werden jedes Jahr rund 90.000 Taschendiebstähle angezeigt. Die Aufklärungsquote ist bescheiden: 5,4 Prozent (2008). Also: lieber aufpassen!

Hier ein interessanter Film über Taschendiebe. Unter anderem sieht man hier den Trick mit dem Stadtplan.

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Wikipedia hat noch mehr Infos zum Thema Taschendiebstahl.


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