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Killt Van-Gogh-Alive das Van-Gogh-Museum?

Killt Van-Gogh-Alive das Van-Gogh-Museum?

– Van Gogh Alive –

„Normalität ist wie ein gepflasterter Weg – es ist bequem darauf zu gehen, aber es wachsen keine Blumen darauf.“ – Vincent van Gogh

Die Ausstellung „Van Gogh Alive“ verlässt diesen gepflasterten Weg und wagt etwas Neues. Es heißt „Multimedia“, was gar nicht mal so neu klingt. Der Ansatz ist, die Art und Weise zu verändern, wie wir Gemälde betrachten. Normalerweise stellen wir uns vor ein Kunstwerk, das an der Wand hängt, und lassen die Eindrücke auf uns wirken. Zum Beispiel im Amsterdamer Van Gogh Museum. Die Van Gogh Alive Ausstellung dagegen präsentiert nicht nur Bilder, sondern einen ganzen Film.

Van Gogh Alive: Bewegtbild statt Bild.

Die Gemälde van Goghs sind animiert und bewegen sich zu klassischer Musik großflächig an den Wänden, den Säulen und sogar auf dem Fußboden im gesamten Raum. Das Publikum ist umgeben von Kunst. Es fühlt sich so an, als würde man nicht vor den Gemälden van Goghs stehen, sondern mittendrin. Im Gegensatz zum traditionellen van Gogh Museum in Amsterdam geht es in der „Van Gogh Alive“-Installation laut und bewegt zu.

Die gigantischen Formate verleihen den Gemälden noch mehr Ausdruckskraft. Die Animationen sind interessant und gut gemacht, die Musik passend gewählt. Sieht so die Zukunft der Museen aus? Wird das konventionelle stille Vertiefen in ein Gemälde ersetzt durch eine Multimedia-Show? Macht die Van Gogh Alive Ausstellung damit das Van Gogh Museum in Amsteram überflüssig?

Der Nachteil der Show ist, dass man nicht einfach auf Stopp drücken kann, um sich ein Gemälde in Ruhe anzusehen. Man hat zwar durchaus Zeit, sich die Bilder anzusehen. Aber da man gleichzeitig mehrere Gemälde präsentiert bekommt, muss man sich auf eines fokussieren. Trotzdem ist die „Van Gogh Alive“-Ausstellung ein Erlebnis, das von den großen Formaten, den Animationen und der Musik lebt. Hier werden mehrere Sinne gleichzeitig angesprochen.

Van Goghs Geschichte.

Wissen wird auch in dieser Ausstellung traditionell über gedruckte Texte vermittelt, die man sich auf Infopostern durchlesen kann. Das lohnt sich, denn die Geschichte van Goghs ist überaus spannend. Wusstest du zum Beispiel, dass Vincent van Gogh gerne Priester geworden wäre? Oder, dass er in 70 Tagen 80 Gemälde und 70 Zeichnungen erstellt hat? Wusstest du, dass er nach einem Streit mit Gauguin am nächsten Morgen bewusstlos und ohne einen Teil seines linken Ohres gefunden wurde? Dass er in eine Nervenheilanstalt eingewiesen wurde und sich 1890 schließlich selbst eine Kugel in die Brust schoss? Du siehst also: Es gibt viel zu entdecken.

Van Gogh Alive tourt durch die ganze Welt. Damit wird sie das Van Gogh Museum nicht überflüssig machen, aber durchaus herausfordern, innovativer und experimenteller zu werden. Es ist gut, dass Van Gogh Alive für Bewegung sorgt – in jeder Hinsicht. „Was wäre das Leben, hätten wir nicht den Mut, etwas zu riskieren?“, fragte Van Gogh. Auf die Antwort des Museum dürfen wir gespannt sein.

Über das Van Gogh Museum in Amsterdam habe ich hier geschrieben.

Neugierig auf van Gogh geworden? Hier geht’s zum van Gogh-Artikel auf Wikipedia.

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Der Reiseblog WowPlaces präsentiert Orte und Events mit Wow-Effekt. Und gibt hilfreiche, inspirierende Tipps.

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