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Karneval der Kulturen: alles Samba!

Karneval der Kulturen: alles Samba!

Der Karneval der Kulturen ist ein Straßenumzug durch Berlin Neukölln und Kreuzberg. Die Parade fand am Pfingstsonntag zum 21. Mal statt und präsentiert die kulturelle Vielfalt Berlins. Buden, Beats und Bier sorgten für Stimmung. Dass leider doch nicht alles schön war, zeigt der Polizeibericht über sexuelle Übergriffe.

Es ist kühl und regnerisch. Nur ab und zu lugt die Sonne durch die Wolken. Nicht unbedingt die besten Voraussetzungen für eine ausgelassene Party. Aber Berlin trotzt dem Wetter mit lauten Beats und reichlich Bier. Zum 21. Mal tanzen rund 5.000 Akteure in 72 Gruppen durch die Straßen der Stadt. Es soll eine Demonstration der kulturellen Vielfalt sein, aber auch ein Zeichen für Frieden und Toleranz.

Karneval der Kulturen in Berlin

Der Umzug startet am Hermannplatz und bewegt sich zur Möckernbrücke. Etwa 550.000 Besucher bejubeln dem Karnevallsumzug, rund 600.000 Schaulustige besuchen das Straßenfest am Blücherplatz vor der Heilig-Kreuz-Kirche. Konkret bedeutet das: Es ist randvoll, Menschenmassen drängen sich zwischen Buden mit Turf-Burgern, Bier, Caipi, alt-böhmischem Kuchen, ChariTea und Bratwürsten. Greenpeace ist mit einem Holzschiff vor Ort. Auf den Straßen liegen Bierflaschen und Abfall. Aus Lautsprechern wummern Beats, Live-Bands freuen sich über das große Publikum. Eine Schlagzeugerin sitzt mit ihrem Instrument auf der Straße und spielt. Multikulti in Kreuzberg.

Wer soll das bezahlen, wer hat soviel Geld, mag man sich fragen. Ist Berlin nicht die arme, aber sexy Stadt? Laut einer Studie der Investitionsbank Berlin ist der Karneval der Kulturen überraschender Weise ein Geschäft für Berlin. Jeder investierte Euro bringe das fünffache an Einnahmen, heißt es. Na, wenn das so ist: super, alles Samba und volle Kraft voraus!

 
Karneval der Kulturen: alles Samba!

Karneval der Lebensfreude

Wer sich durch das Straßenfest gekämpft hat, steht irgendwann mit etwas Glück an der Straße, durch die der Umzug führt. Je später es wird, desto größer wird der Abstand zwischen den Umzugswagen. Auf die nächste Gruppe muss man schon etwas warten. Aber meistens lohnt es sich. Die Demonstration von Lebensfreude und kultureller Vielfalt gelingt auch dieses Jahr. Es gibt schrille, bunte Kostüme zu bewundern, exotische Tänze und aufwändig gestaltete Figuren.

Auch politische Forderungen werden laut. So protestiert eine brasilianische Gruppe zum Beispiel gegen den “Putsch” in Brasilien. Ein kurdischer Verein nutzt den Karneval der Kulturen, um für einen unabhängigen Staat zu demonstrieren und unter dem Motto “Wir schaffen das – Wir machen das” ist auch eine Flüchtlingsgruppe mit dabei. Neben Friedensaktivisten, Veganern und anderen Gruppen gibt es auch den Vorwurf gegen Berlins Bürgermeister Michael Müller, Spekulanten würden die “Stadtkultur zerstören”, “Kunst und Kultur” würden untergehen.

Karneval von sexuellen Übergriffen überschattet

Der Karneval der Kulturen scheint friedlich abzulaufen. Rückblickend sagt Nadja Mau, die Leiterin des Karnevalsbüros: „Wir konnten einen großartigen Umzug erleben, der den kulturellen Reichtum Berlins sichtbar und spürbar macht!“

Leider zu früh gefreut, denn der Polizeibericht spricht von sexuellen Übergriffen und Straftaten. Am Samstagabend seien eine 17- und eine 18jährige vor einer Bühne in der Blücherstraße von etwa zehn jungen Männern bzw. Jugendlichen umringt, bedrängt und angefasst worden. Sie hätten versucht, der Gruppe zu entkommen, seien aber immer wieder zurückgezogen worden. Dabei sei einer der jungen Frauen das Handy gestohlen worden.

Ein 27jähriger Zeuge sei von der Gruppe aggressiv aufgefordert worden, weiterzugehen. Alarmierte Polizisten konnten drei der Jugendlichen festnehmen. Sie stellten die Personalien fest und ließen die drei wieder laufen. Die Polizei erklärte, sie seien “polizeibekannt”. Die junge Frau bekam ihr Handy zurück. Bei zwei der Jugendlichen handle es sich 17-Jährige Türken, der dritte soll ein 14-Jähriger “staatenloser Flüchtling” sein.

Die Polizei war mit rund 800 uniformierten und dutzenden zivilen Beamte im Einsatz. 13 Antänzer und Taschendiebe konnte die Polizei auf frischer Tat schnappen. Inzwischen wurden weitere Übergriffe bekannt, darunter sollen auch deutsche Täter sein. Was als Demonstration für ein friedliches und tolerantes Miteinander der Kulturen gedacht war, wird nun vom Gegenteil davon überschattet.

Karneval der Kulturen: Hier geht es zum Programm.

 

Hier geht die Reise weiter:

Hier geht es zum Bericht über die Übergriffe in Köln Auch interessant auf WowPlaces: die Pfaueninsel, Berlins Ausflugsparadies

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