10 Tipps gegen Ohrenschmerzen beim Fliegen

Druckausgleich
Druckausgleich

Probleme mit dem Druckausgleich beim Fliegen? Druck auf den Ohren im Flugzeug? Das Gefühl, dass die Ohren geschlossen sind? Oder sogar Schmerzen beim Landeanflug? Hier 10 Tipps für den Flug, damit Du am Ende nicht beim HNO-Arzt landest.

Was sich im Flugzeug abspielt, kann man vergleichen mit der Besteigung eines 2.500er-Bergs. Nur mit dem Unterschied, dass man diesen Berg innerhalb von Minuten erreicht bzw. wieder verlässt. Beim Start fällt der Druck unnatürlich schnell ab, die Luft im Mittelohr dehnt sich aus und drückt das Trommelfell nach außen, im Mittelohr entsteht ein Überdruck.

Woher kommen die Ohrenprobleme beim Fliegen?

Beim Landen nimmt der Druck extrem schnell zu. Die Folge: Im Mittelohr entsteht ein Unterdruck, den der Körper schwieriger ausgleichen kann als einen Überdruck. Deshalb ist die Landung für viele Betroffene ein wesentlich größeres Problem als der Start. 30 Minuten vor Landung wird es daher auf manchen Sitzen im Flugzeug oft hektisch. Jetzt beginnen die Gegenmaßnahmen und Techniken zum Druckausgleich.

In Flughöhe, also zehn Kilometer über dem Erdboden, ist der Druck um ein Viertel niedriger als auf den Boden. Das bedeutet, dass in den Hohlräumen im Mittelohr und in den Stirnhöhen, in denen sich Luft befindet, ein anderer Luftdruck herrscht als im Flugzeug. Deshalb wird das Trommelfell als Grenzmembran nach außen (Start) bzw. innen gedrückt (Landung).

Druckausgleich beim Start

Der Druck in der Flugzeugkabine ist beim Start niedriger als am Boden, im Mittelohr herrscht ein Überdruck, das Trommelfell wird nach außen gedrückt. Ein Druckausgleich kann hier schon dann stattfinden, wenn man nur schluckt, kaut, den Kiefer bewegt oder die Luft anhält, sich die Nase zuhält und Luft gegen die Ohren presst. Verglichen mit den Problemen bei der Landung ist der Start oft kaum der Rede wert. Ein Knacken im Ohr – und alles ist wieder gut. Bei der Landung dagegen ist das nicht so einfach.

Druckausgleich

Druckausgleich bei der Landung

Beim Landeanflug gleicht sich der Druck in der Flugzeugkabine dem Boden an, steigt also. Dadurch presst der Druck das Trommelfell nach innen und gleichzeitig die Ohrtrompete fest zusammen. Der Druck im Mittelohr ist noch auf dem gesunkenen Niveau. Die Ohrtrompete zu öffnen ist das große Ziel beim Druckausgleich.

Gelingt der Druckausgleich nicht, zum Beispiel wegen einer Erkältung, dann kann es schmerzhaft werden. Schmerzhaft heißt: Man fühlt einen stechenden Schmerz in den Ohren verbunden mit einem Druckgefühl. Mit „unangenehm“ ist dieses Gefühl nur unzureichend beschrieben. Es tut richtig weh. Minutenlang. Betroffene haben das Gefühl, die Ohren seien geschlossen und sie seien wie in Watte gepackt. Die Hörleistung vermindert sich.

10 Tipps für den Druckausgleich im Flugzeug

  1. Das sogenannte Valsalva-Manöver: Tief Luft holen, sich mit den Fingern fest die Nase zuhalten und bei geschlossenem Mund die Luft in den Nasenraum pressen, als wolle man ausatmen. Dadurch entsteht Überdruck im Nasenrachenraum, die Eustachische Röhre wird geöffnet und es kann Luft aus dem Mittelohr entweichen.
  2. Trick zum Trick: Gleichzeitig die Muskeln hinter den Ohren anspannen, denn öffnen sich die Ohrtrompeten leichter.
  3. Gähnen: Den Kiefer richtig (!) weit öffnen und herzhaft gähnen. Auch dann, wenn man eigentlich gar nicht müde ist.
  4. Schlucken: Wasser trinken, Kaugummi kauen, einen Bonbon lutschen.
  5. Gut zu wissen: Viel wirksamer als Kau-Bewegungen ist das Schlucken. Der Rachenraum ist nämlich über die Eustachische Röhre mit dem Innenohr verbunden. Diese Röhre kann so zum Druckventil werden und den Druck ausgleichen.

    Fliegen mit Erkältung?

  6. Bei Erkältung: Nase, Mund und Ohren hängen zusammen, daher kann eine Erkältung zu erheblichen Problemen führen. 30 Minuten vor dem Start bzw. dem Landeanflug sollten Betroffene abschwellende Nasentropfen benutzen, am besten als Spray. Das Ziel: frei durchatmen.
  7. Bei häufigen Problemen den HNO-Arzt aufsuchen. Die Probleme können auch mit einer Allergie zusammenhängen.
  8. Bei Kindern ist die Frage, ob sie sich durch Kaugummi oder Bonbons verschlucken könnten. Kleine Kinder sollten daher lieber am Schnuller saugen oder etwas trinken. Wichtig: Der Druckausgleich erfolgt beim Landeanflug nicht von allein, daher sollten die Eltern ihr Kind vor der Landung wecken, wenn es schläft.
  9. Don’t Panic. Trotz allem versuchen, nicht in Panik zu verfallen. Die Angelegenheit kann zwar äußerst schmerzhaft sein, aber zu ernsthaften Verletzungen kommt es höchst selten. Viele Flugmediziner haben noch nie etwas von einem geplatzten Trommelfell oder einer geplatzten Stirnader gehört. Theoretisch kann es zu einer Schädigung des Trommelfells kommen (Barotrauma). Im schlimmsten Fall kann es einbluten oder reißen. Eine Trommelfellverletzung erkennt man an Symptomen wie stechenden Ohrenschmerzen, Hörminderung, Schwindel und Übelkeit. Die ersten beiden Symptome hat man auch, wenn das Trommelfell nicht verletzt ist, man aber zum Beispiel erkältet ist und dadurch Schmerzen hat. Achte daher auf Schwindel und Übelkeit. Doch wie gesagt: Das kommt kaum vor. Warum sollte es ausgerechnet Dir passieren? Also: nur die Ruhe.
  10. Es gibt auch spezielle Ohrstöpsel, die Du im Flugzeug tragen sollst. ich war erst etwas skeptisch, als ich davon gehört habe, aber ich habe mich mit einem HNO-Arzt aus Hamburg darüber unterhalten und er hat eine hohe Meinung davon und meinte, er könne solche speziellen Ohrstöpsel nur empfehlen.

Es kann leider auch sein, dass man Schmerzen und das Gefühl von geschlossenen Ohren hat, obwohl man alles richtig gemacht hat. In diesem Fall gilt: Nach dem Flug zum HNO-Arzt. Dort wird ein Hörtest gemacht und der HNO-Arzt sieht sich alles an. Geschlossene Ohren sind in der Regel nach wenigen Tagen wieder verschwunden.

Nun hoffe ich, dass Du einige Informationen darüber bekommen hast, was Du tun kannst, damit Du schmerzfrei ans Ziel kommst und am Ende nicht beim HNO-Arzt landest. Ich wünsche Dir einen guten Flug.

Hilfsmittel für Deine Flugreise

FlyFit Earplugs: gegen Ohrenschmerzen beim Fliegen. Ein Nutzer schreibt: „Sollte man im Handgepäck haben, das kleine, gut schließende Döschen braucht kaum Platz.
Trotz Erkältung keine Ohrschmerzen nach Flug. Einfach zu handhaben.“

Das Nasenspray von ratiopharm würde ich auf jeden Fall mitnehmen, damit habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht. 30 Minuten vor dem Start bzw. vor der Landung nehmen und durchatmen.

Hast Du auch Tipps, wie der Druckausgleich leichter gelingen kann? Hinterlasse gern einen Kommentar und teile den Beitrag. 

Hier geht die Reise weiter.

4 Kommentare

  1. Stimmt, dass es bei der Landung nicht so einfach ist. Manchmal bekomme ich so ein Kopfschmerzen im Flugzeug. VG

  2. Vielen Dank für die Erklärung der Entstehung von Ohrenschmerzen beim Fliegen. Ich hab das Problem nicht immer, aber doch ab und zu und habe mir schon überlegt zu einem HNO Spezialist zu gehen. Von solchen Ohrstöpseln habe ich aber noch nie gehört, vielleicht könnten die auch eine Lösung anbieten.

  3. Vielen Dank für die Tipps bei den Problemen mit dem Druckausgleich beim Fliegen. Ich bin immer zum HNO Arzt gerannt, weil die Schmerzen unerträglich waren. Ich werde mir die Tipp nächstes Mal zu Herzen nehmen, um mir dann den Gang dahin zu sparen.

  4. Meine letzte Flugreise war echt stressig! Ich wollte dafür sogar zum Allgemeinarzt gehen. Ich wusste nicht, dass dieses Problem so viele Menschen betrifft. Aber der Tipp mit dem Gähnen finde ich sehr hilfreich, ich habe den schon oft angewendet.

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