Bonsaigarten Ferch: Grüße aus Lilliput

Der Japanische Bonsaigarten Ferch bei Potsdam gehört zu den schönsten Ausflugszielen in Brandenburg. Hier findest Du nicht nur Ruhe und Erholung, sondern auch leckere japanische Köstlichkeiten und Bäume aus Lilliput.

Die Sonne schickt ihre Strahlen in der Garten und kitzelt die japanischen Ahornbäume ebenso wie die Zierkirschen und Azaleen, die sich um einen malerischen See und einen japanischen Pavillon versammelt haben. Der See erinnert an grünen Tee. Sanft streicht der Wind über das grüne Wasser hinweg, in dem ein roter Fisch hin- und her huscht. Der japanischen Farbkarpfen (Kai) entkommt den neugierigen Blicken, indem er weiter ins trübe Wasser abtaucht. Angelhaken und andere Gefahren muss er hier nicht fürchten. Der Herr des Gartens, Tilo Gragert, wacht über die Idylle.

„Bitte respektieren Sie unsere Regeln“, sagt er höflich, aber bestimmt zu einer Besucherin, die mit brennender Zigarette am Ufer des Sees steht. Ganz klar: Ohne seinen unermüdlichen Einsatz wäre der Garten nicht das, was er heute ist: eines der schönsten Ausflugszeile Brandenburg. Ein gärtnerisches Kunstwerk wie dieses braucht ständige Pflege und Aufmerksamkeit.

Tilo Gragert und sein Bonsaigarten

Schon als kleiner Junge war Tilo Gragert von Bonsais fasziniert. Auslöser für sein Interesse war das Bonsaibuch seiner Mutter. 1994 machte er sich auf nach Japan, um von Bonsaimeistern zu lernen. 1996 schließlich begann Tilo Gragert, den Japanische Bonsaigarten Ferch anzulegen.

Die Arbeit, die er und seine Helfer sich dabei gemacht haben, scheint unermesslich. Aber die Mühen haben sich gelohnt. Besonderes wohl fühlen sich die Besucher vor allem im japanischen Teehaus. Hier kann man bei schönem Wetter draußen sitzen und  auf den Zen-Garten blicken (Kare-San-Sui).

Bonsaigarten Ferch: der Zen-Garten

Eine Tafel erklärt, dass sich die Form des Zen-Gartens im 15. Jahrhundert entwickelt hat. Zu einer Zeit, als die Gärtner aufgrund von finanziellen Schwierigkeiten nur mit einfachsten Mitteln arbeiten konnten. So nutzen sie zum Beispiel Kies und Steine, um Flächen anzulegen. Der Zen-Garten in Ferch besteht im Wesentlichen nur aus Splitt, Moos und Findlingen. Unter einem Findling versteht man einen großen Stein. Hier im Garten gibt es sogar einen Drei-Tonnen-Findling, ein Geschenk der Stadt Rostock.

Welchen Sinn hat ein Zen-Garten? Der Garten, so die Tafel, ist ein Weg, um zu sich zu kommen, um zu meditieren. Zum Beispiel, indem man sich fragt, was die gehakte Kiesfläche bedeuten könnte. Es geht allerdings nicht darum, die richtige Antwort zu erraten. Es geht darum, darüber zu meditieren.

Bonsaigarten Ferch: das Tee-Haus

Damit die Meditation nicht zu anstrengend wird, serviert eine Japanerin Tee und Gebäck. Auch hier gibt es interessante Informationen, diesmal von der Teekarte: „Schlürfen ist erlaubt“, heißt es da. „So wird der Tee noch einmal mit Sauerstoff in Verbindung gebracht und trifft kräftig auf die Geschmacksknospen. ‚Essen Sie Ihren Tee‘. Bewegen Sie kleine Schlückchen konzentrierten Tees im Mund hin und her. Versuchen Sie Ihren Tee auch seitlich an den Zungenrändern entlang zu führen, denn hier befinden sich die meisten Geschmackspapillen.“

Ich probiere einen Ginseng Jade Oolong Tee. Erfrischend, fruchtig und leicht süß. Dazu gibt es ein Wallnuss-Mochi, eine Süßigkeit mit schwarzem Sesam und Walnussfüllung, die zum Tee gereicht wird. Ihre Konsistenz erinnert an Wachs – und auch geschmacklich ist so ein Mochi etwas gewöhnungsbedürftig. Aber bitte: Man ist schließlich nicht hier, um etwas Neues kennenzulernen.

Bonsaigarten Ferch: Grüße aus Lilliputt

Ein besonderes Highlight des Gartens sind die vielen kleinen Kunstwerke: die Bonsais. Das ist Japanisch und bedeutet „Pflanze in der Schale“. Seinen Ursprung hat diese Kunst zwar in China, aber in Japan gibt es traditionell hervorragende Meister dafür. Die Bäume wachsen in flachen Schalen und werden immer wieder sorgfältig zurückgeschnitten und in Form gebunden. Auf diese Weise bleiben sie klein und brauchen nur wenig Erde.

Teilweise sind die Bäume weit über 100 Jahre alt und stehen zum Verkauf. Eine Satsuki -Azalee etwa ist 35 Jahre alt und für 550 € zu haben. Ein Ginkgo-Bonsai bringt es auf 25 Jahre und wechselt für 465 € den Besitzer. Wer also gern mal einen japanischen Wald im Wohnzimmer stehen hätte, wird im Bonsaigarten Ferch bestimmt fündig.

Update 2022.

Die neue Saison beginnt am 01.04.2022. 

Öffnungszeiten Garten.
01.04. bis einschließlich 21.10.2022
Mittwoch bis Sonntag sowie an ges. Feiertagen
von 11 bis 18 Uhr.
Der letzte Einlass ist 1 Stunde vor Schluss.

22.10. bis einschließlich 31.10.2022
Mittwoch bis Freitag sowie Sonntag 12 – 20 Uhr,
Samstag 12 – 21 Uhr.

Zusätzlicher Schließtag ist der 23.09.2022

Öffnungszeiten Teehaus.
01.04. bis einschließlich 21.10 2022
Mittwoch bis Sonntag sowie an ges. Feiertagen
von 11 bis 18 Uhr. Die letzte Bestellung ist 30 Minuten vor Schluss.

22.10. bis einschließlich 31.10.
Mittwoch bis Freitag sowie Sonntag 12 – 20 Uhr,
Samstag 12 – 21 Uhr

Reguläre Eintrittspreise 
Erwachsene: 6 €
Ermäßigt: 5 € (schwerbeschädigt ab 50 GdB, Begleiter “B”, Gruppen ab 15 Personen)
Kinder: 3 € (4 – 14 Jahre)
Vier-Tages-Karte – 18 € (übertragbar, bei Sonderveranstaltungen mit Zuzahlung)
Jahreskarte – 35 € (nicht übertragbar, nicht bei Sonderveranstaltungen)

Adresse.
Japanischer Bonsaigarten, Inh. Herr Tilo Gragert
Fercher Str. 61 (Mittelbusch)
14548 Schwielowsee / OT Ferch
Telefon: 033209-72161
Das Dorf Ferch, nur wenige Kilometer südwestlich der brandenburgischen Landeshauptstadt Potsdam, ist ein Ortsteil der Gemeinde Schwielowsee im Landkreis Potsdam-Mittelmark.

Anfahrt und Lage.
Mit dem Auto.

A10 südlicher Berliner Ring, Abfahrt Ferch, Ortsende Ferch (den grünen Schildern des touristischen Wegeleitsystems folgen) B1 zwischen Blütenstadt Werder/Havel und Geltow/Potsdam Richtung Ferch abbiegen, OL Petzow durchfahren, Ortseingang Ferch

Mit dem Bus.
Bus 607 ab Potsdam Hauptbahnhof bis Endhaltestelle Ferch, eine Minute Fußweg in Richtung Ortsgrenze.

Weitere Infos gibt’s hier.


Hier geht die Reise weiter.

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