Winter-Spaziergang zum Glück

Winterspaziergang durch den fränkischen Wald.

Eine tiefe Ruhe liegt über der Landschaft – ebenso wie eine dicke Schicht Schnee. Nur das Knirschen unserer Stiefel ist zu hören. Alles ist wie erstarrt. Die Natur hält Winterschlaf. Wir atmen frische, klare Waldluft ein – und die Großstadt aus.

Ich bleibe stehen und ziehe einen Handschuh aus. Wie ein Kind, das die Welt entdeckt, greife ich in den tiefen Schnee und lasse ihn durch meine Finger gleiten. Er ist weich und kalt und schön. Ich betrachte die Eiskristalle auf meiner Hand. Die Sonnenstrahlen überziehen sie mit einem Funkeln, das man sonst nur von Diamanten kennt. So kostbar ist die Natur, so zauberhaft die Welt.

Inmitten der Schneelandschaft drängen sich ein paar Häuser aneinander. Ganz so, als würden sie sich bei dieser klirrenden Kälte gegenseitig wärmen wollen. Wir passieren einen Schneemann mit Karottennase und Kochtopfhut. Das Gasthaus ist schon ganz nah. Aus dem Schornstein steigt Rauch auf, aus den Fenstern dringt warmes Licht.

Winterspaziergang in Franken

Die schwere Holztür schwingt quietschend auf. Eine Wand aus warmer Luft weht über unser Gesicht. An urigen Holztischen sitzen ein Dutzend Gäste. Ein Mann mit Wangen, die farblich perfekt auf sein Weinglas abgestimmt sind, prostet uns zu. Der Wirt bietet freundlich Plätze am Kamin an. Er streicht die Tischdecke glatt und serviert zwei dampfende Tassen Jagertee. Der Geruch von Schwarztee und Rum steigt mir in die Nase. Als ich daran nippe, verbrühe ich mir die Zunge. Ah, das war gut! Gleich noch mal verbrühen!

Es knistert im Kamin. Schon bald tischt der Wirt das Essen auf: kochend heißes Hirsch-Gulasch mit Preiselbeerkompott und einer großen dampfenden Schüssel Knödel. Das Fleisch ist so zart, dass es sich fast schon freiwillig vor dem Messer teilt. Ich schmecken Möhren, Steinpilze, Zwiebeln und einen Hauch von Rotwein heraus. Eigentlich wollten wir bei diesem Winterspaziergang nur satt werden – doch jetzt sind wir sogar glücklich.

Weitere Infos über die Region Franken gibt’s bei Wikipedia.

Hier geht die Reise weiter.

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