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Sayonara Tokyo: jodelnde Hühner und Super Marios

Sayonara Tokio

Das Varieté-Theater Wintergarten Berlin feiert seinen 25. Geburtstag mit der aufwändigsten Show seiner Geschichte: „Sayonara Tokyo – Geishas! Tamagotchis! Edelweiß!“. Lohnt sich ein Besuch? Wir waren dabei.

Wenn ich von Reisen oder Events berichte, frage ich mich manchmal: Wo packe ich die Story am besten an, damit sie spannend ist? Bei der „Sayonara Tokyo“-Show im Berliner Wintergarten sind solche Überlegungen nicht nötig. Denn diese Show ist so verrückt, so bunt und so schrill, dass man einfach nur beschreiben muss, was passiert. Also: Wir sitzen im Publikum und sehen, wie ein 70jähriger Japaner in fescher Trachtenlederhose jodelnd über die Bühne watschelt und dabei gackernd ein Huhn nachmacht.

Sayonara Tokyo im Wintergarten Berlin

Der Mann heißt Takeo Ischi, ist in Japan geboren und seit Jahrzehnten in Oberbayern zuhause. Er ist der Star des Abends – und das zu Recht. Seine Stimme ist umwerfend, sein Jodeln perfekt. Kein Wunder: Takeo Ischi macht das nicht erst seit gestern, sondern schon seit über 50 Jahren. Das Jodeln hat er sich selbst beigebracht, mit Schallplatten des Jodlers Franzl Lang. Nicht schlecht, Tirolerhut ab!

Die Show, das wird schnell klar, folgt keiner klassischen Geschichte. Vielmehr sehen die Zuschauer eine quietschvergnügte Revue mit allem, was wir Deutschen im Kopf haben, wenn wir an Japan denken – und umgekehrt, wie beim jodelnden Japaner.

Damit wir aber nicht ganz verloren sind zwischen Geishas, Nintendo Super Marios und Wolkenkratzern, melden sich drei Damen regelmäßig zu Wort. Die eine spricht Deutsch, die zweite Englisch und die dritte – Überraschung – Japanisch. Zusammen mit ihnen stürzen wir uns in eine wilde Erkundungstour der japanischen Klischees und Eigenheiten.

Bilder wie in einem hyperaktiven Manga

Stephan Prattes, Bühnenbildner und Regisseur, entwirft Bilder, die einem hyperaktiven Manga-Comic entsprungen sein könnten. Gleich fünf Super Marios hüpfen über ein Springseil, knuddelsüße Pokémons wackeln über die Bühne, Showgirls werfen die Beine in die Höhe, ein Samurai zieht sein Schwert, ein großer Industrieroboter verneigt sich, Jo-Jos wirbeln durch den Raum, Akrobaten zeigen sich biegsam wie Gummi.

Fast scheint es, als seien die Gesetze der Physik an diesem Abend außer Kraft gesetzt. Der Artist Senmaru etwa balanciert eine Teekanne virtuos auf einem Stöckchen. Das wäre an sich schon großartig, aber Senmaru hält das Stöckchen nicht etwa in der Hand, sondern zwischen den Zähnen. Er wirbelt die Teekanne durch die Luft, sie macht einen Salto – und landet wieder auf dem Stöckchen. Wow! Was sagt man dazu? Das Publikum antwortet mit tosendem Applaus.

 

Sayonara Tokyo: spektakulär und schrill

Regisseur Stephan Prattes treibt die Tokyo-Klischees hemmungslos auf die Spitze. Er inszeniert eine spektakuläre, turbulente Show, die man nur noch auf eine Art steigern kann: Man bestellt sich einen ordentlichen Drink. Kein Problem, schließlich gehört es zum Konzept des Wintergartens, seine Gäste mit Speisen und Getränken zu versorgen. Vor dem Sushi-Gericht rate ich allerdings ab, das tanzt etwas aus der Reihe. Als Ohrenschmaus erweisen sich Songs wie „Big in Japan“ von Alphaville oder „Hiroshima“ von Wishful Thinking.

Die Show „Sayonara Tokyo“ ist kein Schnellschuss. Liebevoll und mit einem Blick für die Details hat sich der gesamte Wintergarten auf das Thema eingestellt. Das Bühnenbild ist genauso wild und bunt wie die Show selbst. Sogar die Lichter wurden in japanische Lampions verwandelt. Und zu unserem Platz wurden wir von einer Dame im traditionellen Kimono geführt.

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Sayonara Tokyo im Wintergarten: Das muss man nicht verstehen, das ist Japan.

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Diese drei Damen führen durch die Show.

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Der Samurai darf natürlich nicht fehlen, wenn es um Japan geht.

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Sayonara Tokyo begeistert immer wieder mit Akrobatik-Acts.

Fazit zu Sayonara Tokyo

Blickt man nach der Show in die Gesichter im Publikum, könnte man fast glauben, nun tatsächlich im Land des Lächelns zu sein. Alle sind begeistert und strahlen. Die Show ist eine knallbunte Mischung aus Japan-Klischees, die sich selbst nicht zu ernst nehmen und am Ende nur eines will: gute Laune verbreiten und Spaß machen. Das ist dem Wintergarten an diesem Abend bestens gelungen. Also: Sayonara Tokyo. Das heißt: Lebe Wohl, Tokio.

Adresse: Wintergarten Variete Berlin, Potsdamer Straße 96, 10785 Berlin Tiergarten, U1 Kurfürstenstraße, u2 Bülowstraße. Valet Parking Parkservice 5 € Parkgebühr.

Tickets: gibt’s hier online beim Wintergarten Variete

Restaurant: befindet sich im Wintergarten Variete

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Das Schlussbild von Sayonara Tokyo im Wintergarten Berlin

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So abgefahren wie die Show: die Kulisse von Sayonara Tokyo.

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