Port de Pollenca: Agatha Christies Urlaubsparadies

Port de Pollenca ist ein Ort  im Norden Mallorcas, an dem schon Agatha Christie Ruhe und Erholung gefunden hat – und Inspiration für ihre Kriminalgeschichten übrigens auch. Warum Port de Pollenca ein WowPlaces ist, erfährst Du hier.

Überraschung: Dieser Reisebericht beginnt mit Capri. Capri ist in diesem Fall aber kein Ort, sondern ein Hotel in Pollenca mit angeschlossenem Restaurant. Direkt am Strand hat das Capri einige Plätze eingerichtet. Zufällig habe ich heute meine Capri-Cap aufgesetzt, also nehmen wir unter einem Capri-Sonnenschirm Platz, bestellen einen Cappuccino und blicken hinaus aufs Meer. Am Horizont erheben sich mächtige Berge. Davor schaukeln einige Segelschiffe in den Wellen.

Die anderen Urlauber um uns herum sind ebenfalls ganz in diesen Anblick versunken. Wunderschön ist es hier. Rechts von uns befindet sich der Hafen. Hier liegen unzählige teure Yachten und Schiffe im Wasser. Das einzige, was hier keine Ruhe findet, sind die kleinen Wellen. Unaufhörlich zappeln sie aufgeregt herum. Gut, dass ich keine Welle bin.

Port de Pollenca: das Yachtenparadies

Von oben gesehen befindet sich Port de Pollenca in einer gewaltigen, 10 Kilometer langgestreckten Bucht (Badia de Pollenca) und wird von Bergen eingerahmt. Die Geschichte Pollenças beginnt als bescheidenes Fischerdorf. Schnell fühlen sich hier nicht nur viele Fische wohl, sondern auch viele Reisende und Urlauber aus England. Port de Pollenca entwickelte sich zum angesagten Urlaubsort. Heute leben in Pollenca rund 6.500 Einwohner.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts bauen sich wohlhabende spanische Familien prächtige Ferienhäuser entlang der Bucht, die man auch „Piniengang“ nennt. Angenehm an Port de Pollenca ist, dass es hier keine typischen Bettenburgen gibt. Man setzt eher auf Apartmenthäuser und kleinere Hotels wie zum Beispiel das „Capri“. Nicht zu vergessen die Glücklichen, die ihr eigenes Bett mitgebracht haben und auf ihrer Yacht nächtigen.

Hier flanierte schon Agatha Christie

Hinter uns liegt die Strandpromenade, die von Palmen und Pinien gesäumt wird. Autos sind hier nicht erlaubt. Hotels, Restaurants und Bars halten nach Gästen Ausschau. Immer wieder gibt es Strandabschnitte mit hellem, feinen Sand, die aber oft Hotelgästen vorbehalten sind. Das Besondere am Strand ist, dass das Wasser hier sehr flach ist. Ideal für kleine Kinder, weniger ideal für Schwimmer.

Ein paar hundert Meter links von uns muss sich am Ufer das feine Hotel Illa d’Or befinden. Hier hat in den 30er Jahren Agatha Christie Urlaub gemacht. Und sich dabei gleich zu einem Buch inspirieren lassen: „Problems at Pollensa Bay – and other Stories“. In Deutschland ist das Buch bekannt unter dem Titel „Die mörderische Teerunde und andere Geschichten“. Ich mag Agatha Christie, aber dieses Buch hat mir nicht besonders gefallen. Vielleicht war sie einfach ein bisschen abgelenkt von der schönen Umgebung. Man erzählt sich, dass sie im Hotel geschrieben hat und von den Angestellten nur „die Schriftstellerin“ genannt wurde.

Agatha Christie hat Figuren geschaffen wie Miss Marple oder Hercule Poirot und angeblich über 4 Milliarden Bücher verkauft. Kein Tippfehler, Milliarden. Hut ab! Die Autorin war übrigens auch oft auf Reisen. Zum Beispiel im Nordirak und in Syrien. Schließlich war ihr zweiter Ehemann Archäologe.

Do you speak English?

Agatha Christie ist eine typische Besucherin von Port de Pollença. Bei wohlhabenden Briten ist dieser Ort sehr beliebt. Das merkt man auch, wenn man am großen Hafen entlang schlendert. Unter den stolzen Yachtbesitzern wird meistens Englisch gesprochen. Ab und zu wird der Ton amerikanisch oder spanisch. Aber Deutsch oder Französisch hört man vergleichsweise selten. Ein Schiff wie die „Tortuga“ aus Stuttgart ist eher die Ausnahme (schöne Grüße an dieser Stelle). Passend zum gehobenen Klientel gibt es im Hafen den Reial Club Nautic, einen „königlichen“ Yachthafen. Soetwas gibt es nur zweimal auf Mallorca. Der andere königliche Hafen liegt in Palma.

WowPlace: Passeig Vora Mar

Je weiter man sich vom Hafen entfernt, desto kleiner werden die Schiffe und Boote. Hinter dem Yachthafen geht es nach Alcudia. Man kann der Bucht über einen unendlich lang erscheinenden Sandstrand bis nach Alcudia folgen. Es ist einer der längsten zusammenhängenden Sandstrände auf ganz Mallorca.

Wer sich lieber vom Hafen aus aufmachen möchte, um bei Agatha Christies Hotel vorbeizuschauen, der kommt auf diesem Weg an einem besonders schönen Abschnitt vorbei. Die Promenade Passeig Vora Mar liegt im Schatten von Pinien und Kiefern und führt vorbei an schönen Sandstränden und alten Villen. Sehenswert!

Insidertipps für Port de Pollenca

Am frühen Abend kommen die Fischerboote zum Hafen zurück. Ein spannendes Fotomotiv.

Viele charmante Cafes und Restaurants findest Du nicht nur am Strand und der Promenade, sondern auch am Marktplatz, dem alten Ortskern.

In der Buch herrscht vergleichsweise wenig Wellengang bei gutem Wind. Aus diesem Grund eignet sich das Gebiet gut zum Segeln. In Porta de Pollenca befindet sich die größte deutschsprachige Segel- und Surfschule Mallorcas. Hier lernen Anfänger und Fortgeschrittene von Familie Möller, wie’s geht: Sail&Saurf Pollensa.

Am Mittwoch heißt der Marktplatz in der Ortsmitte völlig zu Recht so, denn es ist Markt. Man kommt sich vor wie auf einem Basar und es gibt überall viel zu entdecken. Aber Vorsicht: Taschendiebe treiben ihr Unwesen und warten nur darauf, einen unvorsichtigen Touristen zu finden.

Restaurantempfehlung: Das Stay Restaurant liegt mitten im Hafen. Auf der Terrasse sitzt man direkt am Meer. Und sogar das Essen ist gut. Na dann, nichts wie hin. Adresse: Moll Nou, s/n, 07470 Port de Pollenca

Restaurantempfehlung: Im La Llonja gibt es vielleicht den frischesten und leckersten Fisch in ganz Pollenca. Von der Terrasse aus hat man einen schönen Blick auf den Hafen. Adresse: Plaza Vella S/N, 07470 Port de Pollenca

Hotelempfehlung: Das La Goleta Hotel de Mar ist ein Strandhotel mit freundlichem Service und renovierten Zimmern. Sie sind modern, aber etwas klein. Das leckere Frühstück macht diesen Minuspunkt aber wieder wett. Adresse: Paseo Saralegui 118, 07470 Port de Pollenca. Website: La Gleta Hotel de Mar

Achtung Autofahrer! Don’t panic, aber Pollenca hat auch einige wirklich enge Straßen. Nur, damit Du’s weißt. Ich hatte mit unserem Mietwagen keine Probleme, aber zumindest gehört haben sollte man das mal. Auch wissenswert: In Pollenca sind uns einige Ziegen über den Weg bzw. über die Straße gelaufen.

Ausflugstipps

10 Kilometer entfernt von Port de Pollenca liegt in einem Naturparadies versteckt das Hotel Formentor. Das Hotel ist berühmt, denn hier haben die Ikonen Grace Kelly und Fürst Rainer von Monaco ihre Flitterwochen verbracht. Auch Audrey Hepburn und Elizabeth Taylor waren hier zu Gast.

Das Cap de Formentor liegt gleich vor der Haustüre. Wenn man in Port de Pollenca Urlaub macht, sollte man das Cap besucht haben. Es ist die nördlichste Spitze Mallorcas und nur 15 Kilometer entfernt, mit dem Auto sind es rund 25 Minuten. Aber Vorsicht, die Strecke auf den Berg ist nicht ganz ohne.

Einen schönen Ausflug kannst Du auch zur Tropfsteinhöhlen Coves de Campanet unternehmen. Gerade, wenn die Sonne brennt, ist es in der kühlen Tropfsteinhöhle sehr angenehm.

Der Berg ruft. Und zwar: „Calvarienberg„. Schau doch mal vorbei.

Fazit

Port de Pollenca ist ein großartiger Ort. Zwar hat man ihn nicht für sich allein, aber mich haben die anderen Urlauber und Touristen eigentlich gar nicht gestört. Die Landschaft ist überwältigend. Und wenn dann noch das Wetter mitspielt und die Sonne scheint, kann es kaum schöner sein.


 


Hier geht die Reise weiter.

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