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Halb Restaurant, halb Zug: Rasender Roland

Als wir in Binz aus dem Rügener Kultzug Rasender Roland steigen und durch den kleinen Bahnhof gehen, bemerken wir ein Schild mit der Aufschrift: “Restaurant Rasender Roland”. Interessant, das Restaurant zum Zug. Zwar sieht das Restaurant von außen etwas unscheinbar aus, aber von innen erweist es sich als etwas ganz Besonderes: Es ist halb Restaurant, halb Zug. Restaurants gibt es viele. Die Besseren haben eine Philosophie, eine Haltung, der sie folgen. Wie man so eine Leitlinie konsequent in allen Bereichen umsetzt, macht das Restaurant Rasender Roland in Binz meisterhaft vor. Die Grundidee wird schon beim Namen deutlich. Es geht um ein Restaurant, das sich am Rügener Kultzug orientiert. Entsprechend sitzen die Gäste wie in einem Zugabteil um einen Tisch. Über ihren Köpfen sind Koffer verstaut. An den Holzwänden der Abteile hängen Metall-Werbetafeln aus den 50er Jahren. “Esst Bananen, sie sind gut!” heißt es da zum Beispiel. Neben Coca-Cola und Persil sind auch Underberg und Horch-Automobile vertreten. Die gute alte Zeit eben. Restaurant Rasender Roland auf Rügen Zwei Kellnerinnen im Schaffnerinnen-Outfit laufen geschäftig hin und her. Eine …

Rasender Roland: Kultzug auf Rügen

Rasender Roland, wo bleibst du denn? Die Fahrgäste am kleinen Bahnhof Sellin schauen erwartungsvoll in eine Richtung. Der Rasende Roland ist zwar noch nicht zu sehen, aber immerhin schon zu hören. Immer wieder ertönt ein lautes Signal, das die älteste Schmalspurbahn Deutschlands ankündigt. Ein weiteres “Tuut, tuut” – dann ist es soweit: Der Rasende Roland fährt auf den Gleisen ein. Allen voran seine schwarze, massive Lok. Weißer Dampf steigt aus dem Schornstein empor. Aus dem offenen Fenster des Führerstands schaut der Lokomotivführer. Der Zug erinnert an Emma aus “Jim Knopf” von Michael Ende. Die Bremsen quietschen, langsam kommt der Rasende Roland zum Stehen. Die Zeitmaschine setzt zur Landung an. Rasender Roland auf Rügen Es gibt erstaunlich viele Wagons. Zeitweise ist sogar ein Speisewagen als „RüBB-Buffet“ darunter. “RüBB” ist die Abkürzung für Rügensche Bäder Bahn, den Betreiber. Besonders beliebt ist der Aussichtswagen mit Freiluft-Sitzplätzen. Hier drängen sich einige Fahrgäste vor dem Eingang, können aber nicht einsteigen, weil das Schutzgatter sich nicht öffnen lässt. “Ja, ja, das klemmt gerade”, sagt die junge Schaffnerin, öffnet es mit einem …