Alle Artikel mit dem Schlagwort: Gastro

Das freundlichste Kaffeehaus am Rande des Universums

Das freundlichste Kaffeehaus am Rande des Universums

Kaffeehaus Birkenwerder: Ein kleines Kaffeehaus nördlich von Berlin macht vor, wie man aus Gästen treue Fans macht. Wir haben es besucht.  Birkenwerder ist eine kleine Gemeinde im Landkreis Oberhavel, nördlich von Berlin. Der Hunger und der Zufall ließen uns hier im Kaffeehaus Birkenwerder einkehren. Das kleine Cafe sieht charmant und gepflegt aus, also blieben wir und bestellten jeweils eine Kleinigkeit. “Chili con Carne. Rote Bohnen, Hackfleisch, Tomaten und Mais, dazu Brot”, hieß es auf der Speisekarte. Okay, wird schon einigermaßen schmecken, dachte ich mir. Hauptsache satt. Doch schon nach kurzer Zeit kam die Bedienung und servierte uns eine handfeste Überraschung. Überraschung im Kaffeehaus Birkenwerder Das Tablett, das die Dame vor mich hinstellt, ist mit einer Rose garniert. In der Scheibe selbstgebackenes Brot steckt ein kleiner grüner Zweig, es gibt einen Dipp dazu, eine knackige Birnenscheibe und einen leckeren Gruß aus der Küche obendrauf. Das Chili con Carne dampft kochend heiß. Wow! Das ist doch mal eine Überraschung! Bestellt habe ich Chili con Carne mit Brot, bekommen habe ich ein Tablett mit Chili con Carne, Brot, …

Glanz & Gloria

Palazzo Berlin: Glanz & Gloria

Ein Abend im Palazzo ist immer wieder anders. Zum Glück, denn wir waren nun schon zum dritten Mal im Spiegelzelt zu Gast. Hier unser Bericht von der neuen Show “Glanz & Gloria” in Berlin. Erst dachte ich, dass in der neuen Show “Glanz & Gloria” keine Geschichte mehr erzählt wird, wie das noch in der letzten Show “Kings & Queens” der Fall war. Doch dann gibt es plötzlich gleich zwei Geschichten auf einmal, die wir im Spiegelzelt miterleben. Da ist zum einen die stimmgewaltige, schrille Engländerin Miss Frisky, die durch den Abend führt. Sie lernt im Palazzo ihre große Liebe kennen, die sie im Publikum entdeckt: Karsten. In einer interessanten Mischung aus Deutsch und Englisch flirtet sie den Mann immer wieder an, wohlwissend, dass es kein Happy End geben kann, denn – oh neeeeeein! – Karsten ist in Begleitung hier. Glanz & Gloria, die neue Show im Palazzo Für das Publikum ist das aber nur halb so tragisch, denn natürlich ist klar, dass Miss Frisky (Laura Corcoran) sich jeden Abend unsterblich in einen anderen Gast …

So schmecken die Maultaschen in der Maultasche

So schmecken die Maultaschen in der Maultasche

Die Schwaben lieben Berlin. Diese Liebe wird bekanntlich nicht überall erwidert, aber dennoch gibt es einige Orte, an denen sich Schwaben wie zuhause fühlen können. Einer davon ist das Feinkostrestaurant “Die Maultasche” in Berlin Mitte in der Nähe des Gendarmenmarkts. Der Bericht beginnt mit einem kleinen Schönheitsfehler: Im Radio läuft Antenne Bayern. Nichts gegen Antenne Bayern, aber in einem Restaurant, das sich “Schwäbische Feinkost” auf die Fahne schreibt, hätte ich eher bigFM oder SWR1 erwartet. Aber gut, so weit ist München ja auch wieder nicht von Stuttgart entfernt. Zumindest die Bilder an der Wand scheinen Baden-Württemberg zu zeigen: saftige Trauben, tiefroter Wein und endlose grüne Reben. Im Restaurant “Die Maultasche” ist alles perfekt geputzt und auf Hochglanz poliert. Die schwäbische Kehrwoche scheint auch in Berlin in Ehre gehalten zu werden. An der Wand hängen Urkunden. Beim Blick auf die Preise fallen die letzten Zweifel: Wer so viel für sein Essen verlangt, muss ein echter Schwabe sein. Wobei: Wir befinden uns ganz in der Nähe des Gendarmenmarkts. Gemessen an diesem teuren Pflaster sind die Preise durchaus …

Mittags-Teppanyaki-Tisch im Daitokai

Mittags-Teppanyaki-Tisch im Daitokai

In der Europapassage in Berlin Charlottenburg gibt es alles mögliche – aber doch kein gutes Essen! Oder etwa doch? Ein Besuch im japanischen Restaurant Daitokai Berlin. Aus dem Lautsprecher kommt dezente Klaviermusik, vom Nebentisch deutlich weniger dezente Klänge. Ich sitze an einem Tisch, der fast so lang ist wie der Ku’damm. Kleine Zweier-Tische sehe ich nicht, es gibt nur Tafeln. Während ich mir mit einem feuchten, dampfend-heißen weißen Tuch die Hände abtrockne, bindet mir eine freundlich lächelnde Frau im traditionellen Kimono eine Art Latz um. Das letzte Mal, dass mir jemand so etwas umgebunden hat, ist schon ein paar Jahre her. Ich denke, es war, als ich gerade mal “Mama” sagen konnte. Daitokai Berlin: Michelin-Niveau für 10,50 € Der Service, das merkt man gleich, ist exzellent. Das Mittags-Angebot auch. Für nur 10,50 € bekomme ich einen Gruß aus der Küche, eine Miso-Suppe, einen Salat und ein Hauptgericht. Mein grüner Tee kostet 2 €. Ein tolles Angebot, denn das Daitokai Berlin hat einen guten Ruf, der bis hin zum Michelin-Restaurantführer reicht und steht für traditionelle japanische Esskultur mit …

House of Small Wonder: der Genusshimmel

House of Small Wonder: der Genusshimmel

Im House of Small Wonder in Berlin ist es ein bisschen so, wie ich mir das früher mit Himmel und Hölle vorgestellt habe. Wenn man am Wochenende zum Brunchen kommt, dann landet man oft erst mal unten, im Fegefeuer. Hier muss man warten, bis oben, im himmlischen Paradies im ersten Stock, Plätze frei werden. Es gibt eine Liste, nach der das Personal die glücklichen Aufsteiger auswählt. Nach etwa 15 Minuten ist es dann soweit: Ein Engel mit dunklen Haaren und asiatischen Gesichtszügen verkündet uns die frohe Botschaft: Es gibt wieder freie Plätze! (Reservieren kann man nicht.) Wir dürfen die Holztreppe nach oben steigen und den Genusshimmel betreten. Willkommen im House of Small Wonder in Berlin. In Berlin, das muss man dazu sagen, denn das House of Small Wonder kommt eigentlich aus Brooklyn, New York. Im Dezember 2014 ist es umgezogen. Mitsamt Interieur, mitsamt den Besitzern: Shaul Margulies und Motoko Watanbe. Das House of Small Wonder in New York führt ein Freund der beiden während sie sich auf den Aufbau in Berlin konzentrieren. Das ist Chefsache …

Restaurants Berlin: Tops und Flops

Restaurants Berlin: Tops und Flops

Restaurants Berlin: Das Angebot ist so groß, dass man es kaum überblicken kann. Da hilft nur eins: ausprobieren und die Erfahrungen teilen. Welche Restaurants sind top, welche eher ein Flop? In der ersten Zeile gibt es jeweils eine kurze Zusammenfassung. Beste Bewertung: 5 x Plus +++++. Die Liste wird ständig ergänzt. Restaurants Berlin: Was lohnt sich, was lässt man besser bleiben? Restaurants Berlin: Charlottenburg Charlottenburg: Ristorante “Focaccino” +++++ Gemütlich, persönlich, lecker Das “Focaccino” Ristorante überzeugt durch ein gepflegtes, gemütliches Ambiente, einen persönlichen, aufmerksamen Service und leckeres Essen. Riccardo Puglisi, der Capo, fragt mehrmals nach, ob es denn auch schmeckt. Den blitzblanken Teller nimmt er zufrieden zurück. Seine Philosophie fasst er zusammen mit “La Sicilia in Bocca”, was soviel bedeutet wie “Sizilien im Mund”. Wer einmal das köstliche Tiramisu im Mund hatte, weiß, was gemeint ist. Adresse: Focaccino Restaurant Trattoria, Stuttgarter Platz 16, 10627 Berlin Charlottenburg, Telefon: 030/324 88 38, Öffnungszeiten: Montag bis Samstag von 18 bis 24 Uhr, Sonntag Ruhetag (zum Valentinstag wird aber schon mal außerhalb der Reihe aufgesperrt). Betriebsferien: 29. März bis einschließlich …

Gendarmerie Berlin: das Lachen des Bacchus

Gendarmerie Berlin: das Lachen des Bacchus

Gendarmerie Berlin: Besuch in einem Restaurant, das das Besondere liebt. Das Hauptstadtrestaurant Gendarmerie verdankt seinen Namen einem der schönsten Plätze Deutschlands: dem Gendarmenmarkt. Nur wenige Schritte davon entfernt residiert das Restaurant in der Behrenstraße 42. Wir betreten eine 400 Quadratmeter große Halle mit acht Meter hohen Decken und werden sofort auf ein gigantisches Kunstwerk an der Wand aufmerksam. Plastisch wie ein Relief sind Skulpturen aus massiven Holzbrettern herausgearbeitet. Es gibt Figuren, Farben und Formen. Glücklich sehen die Gesichter nicht aus. Das Ganze wirkt eher wie ein Marterpfahl, der sich über 14 Meter erstreckt. Das ist Kunst, das muss so sein, könnte man meinen. Welcher Künstler das sei, frage ich die Empfangsdame. Sie weiß es nicht, verspricht aber, es in Erfahrung zu bringen. Leider vergisst sie meine Frage. Zum Glück bemerke ich später beim Verlassen des Lokal auf der Bar ein Buch über das Werk. Titel: “Jean Yves Klein. Bacchanal”. Es geht also um Bacchus, den römischen Gott des Weines, der Freude, der Fruchtbarkeit, des Rausches, des Wahnsinns und der Ekstase. Eine gutes Thema für ein Restaurant, das wohl über …